“Miradas” Nonnen, Stierkämpfer, Totengräber

Nonnen, die verzückt in den Himmel schauen, Stierkämpfer, die angesichts der Gefahr ganz bei sich sind, und ein Totengräber, der uns an seinem Alltag teilhaben lässt.
Jesús Pastor beobachtet präzise, fängt Augenblicke und Blicke ein. Stets nimmt er sich Zeit, viel Zeit. So betete er jeden Sonntag mit den Nonnen im Kloster seiner Heimatstadt, las mit ihnen in der Bibel und griff erst dann zur Kamera.
Den Totengräber Amador Rabal begleitete Jesús zunächst über mehrere Wochen, bevor er das erste Bild machte. Dabei fotografierte er ihn nicht nur bei der Arbeit auf dem Friedhof, er folgte ihm auch nach Haus, selbst zu den Freunden in die Kneipe.
Die Stierkämpfer-Serie verrät nicht nur etwas über die spanischen Wurzeln des Fotografen, sondern zeigt spannungsgeladene Momentaufnahmen der stolzen Matadore in ihrer farbenprächtigen Kleidung. Vom Gebet vor dem Kampf bis zum Showdown in der Arena. Aus Perspektiven, die dem Zuschauer normalerweise verwehrt bleiben.
Alle drei Serien sind von einer beeindruckenden Intimität, stellen sie doch auf ungewöhnliche Art und Weise die Fragen nach Leben und Tod und beschenken uns mit Blicken – Miradas –, die wir nicht so schnell wieder vergessen.

JESUS PASTOR “Miradas” – Nonnen, Stierkämpfer, Totengräber“ läuft vom 2. Dezember 2017 bis 13. Januar 2018. CAPITIS gallery / Kronenstr. 71, 10117 Berlin.

Curated by Nadine Barth – barthouse culture concepts. www.barthouse.de

Die Ausstellung findet in Kooperation mit Schlachthaus. fresh & fine art / Constanze Kleiner statt. www.schlachthaus-ffa.com